top of page

Manche Dinge brauchen Ausdruck.

Vielleicht mag dich etwas davon inspirieren oder zum Nachdenken und Forschen anregen. 

IMG_5777.jpg

Still - eine persönliche Auseinandersetzung zum Thema Introvertiertheit, Performance Zürich 2024

Still.

Ich höre etwas, was du nicht hörst.

 

Still.

Ich sehe etwas, was du nicht siehts.

 

Still.

Ich fühle etwas, was du nicht fühlst.

​

Das Knirschen deiner Gedanken und Gespinste.

Das Klacken deiner Wimpern in deiner Unsicherheit.

Das Donnern des Schauderns auf deiner Gänsehaut.

 

Das Rumpeln der Brotkrumen neben dem Tellerrand

bei deren Verträumen zu Luftschlössern.

Das Krachen beim Zerbröseln ebendieser.

 

Das Knarren der Wolken, aufgespannt am Himmelsrund.

Das Flattern ihrer Schatten auf dem sommerheissen Teer,

jauchzende Glieder der sich formenden Freundeswesen.

 

Das Grännen ihrer Regentropfen,

wenn sie sich zu Tümpeln und Enttäuschungen sammeln,

rauschend das Fenster herabrinnen.

 

Das Seufzen des Schnees,

wenn er sich auf die herbstmüde Matte legt,

erleichtert, endlich angekommen zu sein.

 

Still.

​

Soviel mehr als

einfach nur

​

Still.

​

​

Wie oft hast du schon gedacht, dass jemensch komisch ist, weil mensch so still ist?

Wie oft hast du schon gedacht, dass du komisch bist, weil du so still bist?

​

​

Wasserstudien, Island 2023

Verlangsamung.
Vergänglichkeit.
Neuanfänge.

Kraft.
Fallenlassen.
Loslassen.

Wasser

fliesst als Fluss

lässt sich treiben

von hier nach da

und ruht, wenn es müde ist

 

ruht als See, ruht als Meer

in seiner endlosen Weite

zwischen sich verschwimmenden Grenzen

Rund und geschmeidig, weich und beständig

Trägt es mich

​

Leichtigkeit.
Auflösung.
Klärung.


 

Wasser frisst sich durch Steine,

nimmt sich seinen Weg, wo es ihm gefällt,

schlängelt sich als Fluss um die Welt.

Wird begradigt, bricht aus, tritt über seine Grenzen hinweg in die Freiheit.

​

Wasser wärmt, siedet und kocht

dampft, dunstet, nebelt, umnebelt mich im Herbst.

Wasser verfliegt, verflüchtigt sich zu Wolken. Schwebt.

Lässt sich in Wasserfällen fallen, Regnet sich nieder.

Wasser nieselt, tropft, durchtränkt die sommerheisse Erde in Pfützen.

 

Wasser erstarrt, gefriert, rutscht, bringt Dinge ins wanken,

spiegelt kristallklar und knirscht mir mit seinen Winterzähnen entgegen.

​

Wasser hagelt, schneit sich zu Bergen, verpackt die Landschaft still in seinem Schnee, sanft, weich, bitterkalt umhüllt es mich.

​

Wasser taut, Wasser schmilzt

Und transportiert, treibt, schwemmt, überschwemmt,

flutet, überflutet mich in Strömen als Sommergewitter.

​

Wasser schwimmt, taucht, rollt, springt, überschlägt sich in Wellen

Wasser zieht, schlägt, peitscht, stösst,

Wasser ist stark, mächtig, kraftvoll

Wasser ist chaotisch, wild und zerstreut, aufgeregt

Wasser zerstört, um Neues zu gebären

 

Wasser pulsiert, pocht, ploppt und donnert

spuckt, sprudelt, brodelt, blubbert

Wasser berührt, sticht, streichelt, schmeichelt

Wasser klimpert, klappert, kitzelt

 

Wasser spricht, singt, zischt

Rauscht und gurgelt,

Wasser lärmt und Wasser

ist still.

 

Wasser sind Tränen.

Wut, Trauer, Angst, und Freude.

 

Wasser bist du,

und Wasser bin ich.

Wie bewegt Dich Wasser?

 

bottom of page