In this question mark, am I the dot or the line?
Eine Reflexion über einen einwöchigen Kurs mit kräftezehrender Gruppendynamik - Mai 2026
In der Abschlussrunde eines Kurses sollten wir mit der Gruppe teilen, wie der Titel unseres Buches, welches die Erlebnisse dieser Woche zusammenfasst, lauten würde.
" In this question mark, am I the dot or the line…?"
Mein ganzer Körper fühlte sich wie ein riesengrosses Fragezeichen an.
Eine kurvige Linie mit einem Punkt darunter. Ein Fragezeichen also.
Und ich spürte nicht so wirklich, ob ich nun Teil der Linie war, oder doch eher der Punkt darunter. Abgefallen. Heruntergefallen. Gestrandet im Nirgendwo.
Welchen Platz nahm ich in der Geschichte dieser gemeinsamen Woche ein?
Welche Form gab ich mir selbst?
Und je mehr ich darüber sinnierte, desto mehr Fragen tauchten in mir auf. Und ich realisierte, die Gruppendynamik musste wohl etwas damit zu tun haben, mit welchen Erwartungen jeder einzelne Mensch der Gruppe präsent ist.
Mit welchen Erwartungen ging ich denn in diese gemeinsame Woche hinein?
Mit welcher Haltung begegnete ich der Gruppe?
Verkörperte ich die Haltung eines sanften, neugierigen Fragezeichens?
Offen, weit für Neues?
Verkörperte ich die Haltung eines scharfen, eckigen Fragezeichens?
Wissend, verfestigt, kritisch für Neues?
Verkörperte ich vielleicht sogar ein Ausrufezeichen in mir?
Gerade, starr, schmal und an fester Stelle senkrecht positioniert? Unverrückbar.
Können aus festgefahrenen Ausrufezeichen auch Fragezeichen werden?
Was brauche, um mit einer offenen Haltung präsent sein zu können?
Und wo geschehen die Übergänge zwischen Fragezeichen und Ausrufezeichen, die weich und freudig, offen und beweglich in Geschichten stehen?

